Guten Tag,
in diesem Bereich teile ich ausgewählte Fallbeispiele aus meiner Praxis, persönliche Gedanken sowie Impulse aus meiner Arbeit.


Die Beiträge zeigen, wie sich innere Prozesse entfalten können – behutsam, individuell und oft in kleinen, bedeutsamen Schritten. 

Vielleicht entdecken Sie dabei etwas, das Sie berührt oder zum Weiterdenken anregt und lernen auch ein wenig meine Arbeitsweise dadurch kennen.
Alle Beispiele sind anonymisiert und respektvoll dargestellt.

*Cornelias Weg zurück zu sich Selbt

Kennst du das…?

  • wenn du im Alltag funktionierst, alles im Griff hast – aber innerlich spürst, dass etwas nicht mehr stimmig ist?
  •  Wenn du merkst, dass du dich selbst aus den Augen verlierst, obwohl du dich doch „zusammenreißen“ solltest?

So begann die Geschichte von Cornelia

Wie Cornelia zu mir kam

Cornelia, Anfang vierzig, erfolgreich, zuverlässig. Eigentlich war doch alles okay. Eben nur eigentlich.
Doch in sich spürte sie einen wachsenden Nebel: Unruhe im Team, ein inneres Ziehen nach Veränderung, das Gefühl, für alle da zu sein, aber nicht für sich selbst.

„Ich brauche Klarheit – und jemanden, der mit mir hinschaut“, sagte sie.

Sie suchte einen Raum, in dem sie sich nicht erklären musste, sondern verstanden wurde.
Einen Raum, der Struktur gibt – und gleichzeitig Weite möglich war.

Was in der Zwischenzeit geschah

In der gemeinsamen Arbeit – getragen von Transaktionsanalyse, systemischer Aufstellungsarbeit, und mit Hilfe Biografiearbeit – entstand ein Ort, an dem Cornelia sich Schritt für Schritt mit ihren inneren Anteilen verbinden konnte.

In einer Aufstellung wurde sichtbar, wie sehr Cornelia seit Kindheit an die Rolle der Starken trug.
 Im Genogramm entdeckte sie generationsübergreifende Muster von Verantwortung und Selbstverzicht.
 Im therapeutischen Schreiben tauchte sie ein in Gefühle, die lange keinen Raum hatten.

Je klarer die Muster wurden, desto ruhiger wurde sie selbst.
Und mit der Ruhe kamen neue Perspektiven.

Mit welchem Ergebnis Cornelia gegangen ist

Cornelia verabschiedete sich mit einem tiefen Verständnis ihrer eigenen Dynamiken.

  • Sie konnte Grenzen setzen, ohne Schuldgefühle. 
  • Sie spürte wieder Zugang zu ihrer inneren Ruhe.
  •  Und sie sah ihren beruflichen Weg mit neuer Klarheit.


„Ich darf so sein wie ich bin“, sagte sie zum Abschluss.
*(Name vom Klient wurde verändert)


Zwischen zwei Kulturen –
wie *Emre seinen eigenen Weg fand

Kennst du das?

  • wenn du in zwei Kulturen zu Hause bist und gleichzeitig das Gefühl hast, nirgendwo ganz anzukommen?
  • Wenn du dich entwurzelt fühlst, nach innerer Stabilität suchst und die echte Verbundenheit sich einfach nicht einstellen mag – egal, wie sehr du dich bemühst?
  • Wenn Erwartungen sich widersprechen und du versuchst, beiden Seiten gerecht zu werden?

So begann die Geschichte von Emre

Wie Emre zu mir kam

Emre, Mitte dreißig, in Deutschland geboren, mit türkischen Wurzeln, lebte zwischen zwei Sprachen, Tradition und moderner Lebensrealität. Und doch fühlte es sich an, als müsste er ständig vermitteln: zwischen seiner Familie und seinem eigenen Leben, zwischen Nähe und Autonomie, zwischen „so macht man das“ und „so bin ich“. „Ich brauche einen Ort, an dem ich beide Seiten zeigen darf – ohne mich entscheiden zu müssen“, sagte er zu Beginn. Er suchte eine zweisprachige psychologische Beratung, die die kulturellen Feinheiten versteht – die leisen Zwischentöne, die viele Menschen mit Migrationserfahrung begleiten und oft zu emotionaler Erschöpfung führen. Der nachvollziehen kann, wie herausfordernd es sein kann, verschiedene kulturelle Erwartungen in sich zu tragen.

Was in unserer gemeinsamen Arbeit geschah

Es entstand ein offener, Vertrauen schaffender Raum –Türkisch, wenn Gefühle, Familiengeschichten oder Erinnerungen ihren Platz brauchten, Deutsch, wenn Klarheit, Struktur und neue Perspektiven gefragt waren. Und manchmal beides gleichzeitig. Mit Transaktionsanalyse, Biografiearbeit, Genogrammarbeit und einer prozessorientierten systemischen Aufstellung wurden zentrale Themen sichtbar:

  • seine starke Loyalität zur Herkunftsfamilie
  • die Folgen von Flucht und Vertreibung in der Familiengeschichte
  • unausgesprochene Erwartungen, die ihn lange begleitet hatten
  • der innere Konflikt zwischen Selbstbestimmung und kultureller Verbundenheit
  • der Wunsch, beiden Kulturen gerecht zu werden, ohne sich selbst zu verlieren

Im therapeutischen Schreiben fand Emre Worte für Erfahrungen, die bisher keinen Raum hatten. Er begann, seine eigene Lebensgeschichte bewusst zu gestalten – mit einer neuen, persönlichen Überschrift. Die klare, sichere und wertschätzende Begleitung gab ihm die Möglichkeit, sich zu öffnen, ohne sich erklären zu müssen.

Mit welchem Ergebnis Emre gegangen ist

Emre verabschiedete sich mit einer neuen inneren Klarheit. Er verstand seine Identität „zwischen zwei Welten“ nicht mehr als Belastung, sondern als Ressource.

Durch eine stärkende Haltung zu sich selbst konnte er klare und gesunde Grenzen setzen – ohne Beziehungen zu gefährden. Er entdeckte seine Gestaltungsfreiheit und erlebte, wie sich gesunde Autonomie tatsächlich anfühlt.

„Ich bin nicht mehr zerrissen“, sagte er zum Abschluss.
„Ich muss mich für keine Kultur entscheiden – ich bin beides – und das ist gut so.“

*(Name vom Klient wurde verändert)

die Goldfugen
des Lebens - wenn Narben zur eigenen Lebenspatina werden

Kennst du das…?
Miras Weg

  •  Wenn ein körperlicher Eingriff nicht nur das äußere Bild verändert, sondern etwas in deinem Inneren verschiebt?
  •  Wenn ein Bruch im Leben dich zwingt, dich neu zu betrachten – weil das alte Selbstbild buchstäblich nicht mehr passt?
  •  Wenn die Frage auftaucht: Wer bin ich jetzt – mit dieser Narbe, diesem Verlust, dieser neuen Realität als Frau?

Wie Mira zu mir kam

Mira, Ende fünfzig, eine hochgewachsene, attraktive Frau, kam nach einer Brustamputation aufgrund einer Krebsdiagnose zu mir.

„Ich erkenne mich nicht wieder“, sagte sie in unserem ersten Gespräch leise.
„Als würde mich eine fremde Frau aus dem Spiegel ansehen.“

Sie verspürte Scham – etwas, das sie selbst überraschte.

Eine Therapie hatte sie bereits abgeschlossen; sie hatte ihr gutgetan, aber „irgendetwas fehlt noch“, sagte sie. Sie suchte jemanden, der mit ihr den Blick hält – auch dort, wo es weh tut, wo Fragen offen sind, wo weibliche Identität brüchig wird und einen geschützten Raum braucht.

Was in unserer gemeinsamen Arbeit geschah

Wir arbeiteten genau dort: an der Bruchlinie ihres Lebens.
Achtsam, langsam, mit Raum für alles, was sich zeigen wollte – mit Elementen der Biografiearbeit, Transaktionsanalyse, kreativen Impulsen und dem Bild der Goldfugen des Lebens.

Mira begann zu spüren, was diese Narbe für sie bedeutete:

  • eine Zäsur
  • ein Verlust
  • ein Übergang
  • und gleichzeitig ein leiser Neubeginn

Ihre Narbe erzählte von Angst, aber auch von Überleben.
Von Trauer, Mut und Lebensbejahung.
Von Verwundbarkeit – und von Würde.

Die Bilder von Wabi-Sabi und Kintsugi begleiteten uns. Nicht als Methode, sondern als Haltung:

  • dass das Unvollkommene nicht repariert, sondern gewürdigt wird
  • dass Brüche nicht versteckt, sondern ins Licht gehoben werden dürfen
  • dass Patina eine Form von gelebter Wahrheit ist – ihre Körperbiografie

Mira begann zu verstehen, dass sie nicht „zurück“ musste.
 Es ging um ein Hineinwachsen in ein neues Selbst – eines, das auch das Verletzliche trägt und anerkennt.

Mit welchem Ergebnis Mira gegangen ist

Am Ende sagte Mira:
 „Ich sehe meine Narbe nicht mehr als Makel. Sie ist Teil meiner Geschichte. Eine Spur, die mich erinnert: Ich lebe.“ Sie ging mit einem anderen Blick auf sich selbst – weicher, näher, wahrer. Aus der Bruchlinie ihres Lebens wurde ein Wendepunkt.
Nicht makellos – sondern ganz. (Name vom Klient wurde verändert)

Was dieser Weg zeigt

Es sind oft die Risse, die das Licht wieder hineinlassen. Nicht die unversehrten Stellen, sondern die Bruchkanten, die uns in die Tiefe führen. Menschen wie Mira kommen zu mir, wenn Körper und Identität eine neue Verbindung brauchen – nach Krankheit, Operation, körperlicher Veränderung, Alterungsprozessen oder am Ende einer psychotherapeutischen Phase. Es ist die Kunst, den Bruch zu umarmen – und die Goldfugen des eigenen Lebens sichtbar werden zu lassen.

Bereit für Ihren eigenen Prozess?

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(DGTA)
Deutschen Gesellschaft
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